Menschen und Beleuchtung: Vasyl Monastyrskyy

Vasyl Monastryrskyy is Operations Director of our Schréder factory in Ukraine
Vasyl Monastyrskyy
Operations Director - Schréder TOV

Hinter jedem Unternehmen stehen die Menschen, die dort arbeiten. Seit mehr als hundert Jahren steht Schréder dank seiner Mitarbeitenden im Bereich Beleuchtungstechnik weltweit an der Spitze. Bei Life@Schréder berichten wir von den Menschen, die Schréder zu dem machen, was es ist. Dabei betrachten wir die 70 Länder, in denen wir tätig sind, verschiedene Karrierewege und unser gemeinsames Engagement für Spitzenleistungen in der Beleuchtungstechnik.


Seit vielen Jahrzehnten stellt Schréder Kunden und Kundinnen in aller Welt innovative Beleuchtungslösungen bereit. Unser umfassendes, preisgekröntes Leuchtensortiment bringt Licht und Magie in Städte wie das spanische Valencia oder das hessische Bad Hersfeld. Unsere Bestseller AMPERA, TECEO und IZYLUM werden alle in unserem Werk im ukrainischen Ternopil hergestellt. 

Das Werk ist trotz der noch immer andauernden russischen Invasion nach wie vor geöffnet und erzielte im vergangenen Jahr sogar einen Produktionsrekord. Im Mittelpunkt von alledem stehen unsere Mitarbeitenden, die wir in der Serie Life@Schréder vorstellen. In dieser Ausgabe von Life@Schréder stellen wir Vasyl Monastyrskyy, den Betriebsleiter in unserem Werk in Ternopil, sowie die grandiose Arbeit seines Teams vor. 

Vasyl Monastyrskyy ist seit August 2011 für Schréder tätig und hat in sehr schwierigen Zeiten dafür gesorgt, dass unsere Produktionsstätte in der Ukraine nicht nur überlebt, sondern sogar einen Produktionsrekord erzielt hat. Als er im Alter von 31 Jahren zu Schréder stieß, war er unser jüngster Betriebsleiter aller Zeiten. Diese Position hat er heute nach 12 Jahren immer noch inne.


Meine Tätigkeit bei Schréder war für mich zunächst der Einstieg in eine völlig neue Welt … 

Zuvor war ich in verschiedenen Bereichen wie der Automobil-, Elektronik- und Tapetenbranche tätig. Ich arbeitete mit Konstrukteuren zusammen, was für mich eine ganz besondere Erfahrung war. Die Abläufe sind ganz anders als bei der Leuchtenherstellung. Im Vergleich zur Tapetenproduktion ist die Herstellung von Leuchten viel einfacher. Jede Person hat ihre ganz klar abgesteckte Aufgabe in der Produktionslinie, und die Vorgaben für die Qualitätskontrolle sind viel klarer.
 

Wir brauchten auch eine Veränderung in den Köpfen der Menschen. 

In meiner Anfangszeit war das Werk sehr klein, sehr lokal ausgerichtet und noch sehr von der postsowjetischen Ära geprägt. Es herrschte eine andere Kultur, in der es ständig zu Schuldzuweisungen kam. Es war gängige Praxis, nach einem oder einer Schuldigen, statt nach einer Lösung zu suchen. In den dreißig Jahren zuvor hatte sich nichts geändert. Doch es musste sich etwas ändern. Es kam eine neue Generation, neue Mitarbeitende stießen zu uns, wir stellten die Kund*innen in den Mittelpunkt und konnten die Belegschaft von 86 auf über 300 Mitarbeitende erweitern. In der Produktion arbeiten rund 200 Mitarbeitende. Die übrigen Kolleg*innen arbeiten im Büro oder begleiten eine Gruppenfunktion. Früher sprach im Werk fast niemand Englisch. Heute gibt es kaum noch jemand, der es nicht versteht!
 

Dann kam das Zeitalter der LED-Technologie …

Das Werk produzierte 2013 seine erste LED-Leuchte, nach einigem Widerstand von den wichtigsten
Kund*innen der Gruppe, vor allem in westeuropäischen Ländern. Sie zögerten, in der Ukraine hergestellte Produkte zu erwerben, da sie zuvor negative Erfahrungen gemacht hatten. Erst nach einigen Jahren konnten wir das Vertrauen unserer Kund*innen gewinnen, und wir erhielten mehr Aufträge, auch für neu entwickelte Produkte. Wir haben bewiesen, dass wir ein kompetentes, flexibles und kundenorientiertes Unternehmen sind. Heute produzieren wir hier fast unsere gesamte Produktpalette. Wir exportieren hauptsächlich nach Belgien, Polen, Österreich, Deutschland, Rumänien, Italien und in die Niederlande.
 

Mittlerweile erzielen wir Produktionsrekorde.

Im Jahr 2011 produzierten wir jährlich 20.000 Leuchten, dieses Jahr werden es rund 450.000 sein! Vor Kurzem haben wir die 500.000ste IZYLUM-Leuchte produziert – nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass wir erst 2019 mit der Produktion dieses Modells begonnen haben.


Wir haben in noch nie dagewesenen Zeiten durchgehalten …

Zu Beginn der Invasion beschlossen wir, den Betrieb einzustellen, denn damals sagten vertrauenswürdige Militärexperten, dass uns nur noch drei, vier oder vielleicht fünf Tage bleiben würden. Nach 11 Tagen bat ich mein Managementteam in die Produktionsstätte. Dort setzten wir uns zusammen und besprachen die Situation. Angesichts der geografischen Lage von Ternopil im Westen des Landes und wegen der allgemeinen Stimmung beschlossen wir, dass es besser wäre, den Betrieb wieder aufzunehmen. Damals gab es nichts anderes zu tun, als die Schreckensnachrichten zu verfolgen. Es war gut, ein wenig Ablenkung durch Arbeit und Routine zu erfahren.


Wir hatten die volle Unterstützung der Schréder Group und der Familie Schréder ...

Sie alle standen zu 100 Prozent hinter unserer Entscheidung, so dass wir die Produktion wieder hochfahren konnten. Wir mussten noch viel erdulden. Beispielsweise mussten wir die Produktion unterbrechen, um bei Bombenalarm in den Luftschutzkeller zu gehen. Es war schwierig, Lkws für den Transport aufzutreiben. Doch nach und nach kehrten wir in ein einigermaßen normales Leben zurück. Die leitenden Führungskräfte verstanden es unglaublich gut die Menschen zu motivieren. Trotz der widrigen Umstände entschieden sich die Mitarbeitenden dafür, im Land zu bleiben. Schritt für Schritt stellten wir im Jahr 2022 rund 353.000 Leuchten her – das war ein absoluter Rekord. Damit hatte keiner gerechnet, auch ich nicht!
 

Die Arbeit in einem Familienunternehmen ist etwas ganz anderes …

Ich habe schon für einige Großunternehmen gearbeitet, doch hier steht der Mensch stärker im Mittelpunkt. Es wird viel Wert darauf gelegt, dass man seine Aufgaben richtig erledigt. Man erhält ein gewisses Maß an Autonomie und Raum für Flexibilität. So kann man die Anforderungen der Kund*innen angemessen erfüllen. Auf Unternehmensgruppenebene gibt es viele Gespräche. Bei einem klaren Business Case können wir zu kreativen Lösungen gelangen. Einige unserer Wettbewerber verkaufen ausschließlich Standardprodukte. Wir sind da anders: Wenn ein Kunde oder eine Kundin zusätzliche Halterungen oder eine andere Farbe wünscht, sind wir flexibel genug, diese Sonderwünsche zu realisieren.

Olympic Stadium in Kiev is lit by Schréder
Das Olympiastadion in Kiew wird mit Schréder-Flutern beleuchtet

 

Das Werk kümmert sich um vieles …

Tagtäglich treffen wir uns in unserem Produktionsplanungsmeeting, in dem wir mit Mitarbeitenden in führender Position sprechen, den Vortag Revue passieren lassen, auf Probleme aufmerksam machen und versuchen, diese zu lösen. Ich versuche, unnötige Besprechungen möglichst zu vermeiden. Ich unterstütze eine Unternehmenskultur, in der es gilt, die Ärmel hochzukrempeln und die Dinge in Ordnung zu bringen. Wir legen Lösungen auf den Tisch, nicht Probleme. Im Werk arbeiten wir bei der Montage und Lackierung der Leuchten im Schichtdienst. Die CNC-Maschine läuft rund um die Uhr. Derzeit wird eine neue Lackieranlage mit einer wesentlich höheren Kapazität installiert. Durch diese wird es möglich sein, alle anfallenden Arbeiten im Zweischichtbetrieb zu erledigen.


Schréder investiert in Weiterbildung …

Ich habe bei Toyota in Japan eine Woche lang eine Lean-Schulung absolviert. Das hat mich schwer beeindruckt, weil ich erfahren durfte, was alles möglich ist. Seit Aufnahme meiner Tätigkeit bei Schréder habe ich meinen MBA-Abschluss gemacht und an mehreren Präsenzschulungen teilgenommen. In meinem MBA-Studium saßen Leute aus vielen großen Unternehmen und auch Unternehmer. Das hat mir sehr geholfen, die Arbeitsmentalität hier zu ändern. Wir haben Themen wie Marketing, Kommunikation und Personalentwicklung behandelt. Erneut stehen die Kund*innen im Mittelpunkt: Sie erwarten die passende Qualität, eine angemessene Lieferzeit und faire Preise. Was nützt das beste Produktionswerk der Welt ohne Kunden? 

Vinnytsia ring road lit by AMPERA luminaires
Die Ringstraße von Winnyzja wird mit AMPERA-Leuchten aus heimischer Produktion beleuchtet.

 

Mein größter Erfolg …

Der Aufbau eines herausragenden Teams. Meine Mitarbeitenden brauchen mich eigentlich gar nicht, sie kommen auch ohne mich hervorragend zurecht! Ich kann ganz unbesorgt in den Urlaub oder auf Geschäftsreise gehen und muss nicht ständig meine E-Mails checken. Ich weiß, dass sie alle Anforderungen meistern. Wenn man gute leitende Mitarbeitende hat, klappt alles reibungslos, und die Produktion läuft. Wenn ich mir die Entwicklung des Werks seit 2011 anschaue, dann stelle ich fest, dass sich dieses nun auf einem ganz anderen Niveau befindet. 
 

Ich bin in der Nähe der polnischen Grenze aufgewachsen …

Das war noch zu Sowjetzeiten. Im ukrainischen Fernsehen gab es Zeichentrickfilme nur morgens um acht, und nur zwanzig Minuten lang. Doch im polnischen Fernsehen liefen sie mehrmals am Tag. So habe ich schnell fließend Polnisch gelernt. Das hat sich als sehr hilfreich erwiesen. Als wir die Produktion ausweiteten, zählten die polnischen Kolleg*innen zu den Ersten, die an uns glaubten. Auch nach dem Einmarsch waren sie immer eine große Stütze. Ich spreche daher Ukrainisch, Polnisch und Englisch.
 

In meiner Freizeit …

Ich habe drei Kinder, die beiden Jüngsten sind zwei und drei Jahre alt. Ich spiele sehr viel mit ihnen. Priorität Nummer eins: Ich muss nur die Wohnungstür aufmachen und schon stehen sie da und wollen spielen. Außerdem lese ich gerne, gehe schwimmen, spiele Fußball und verreise mit meiner Frau.

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